Hallo,
ich bin Noah
—
„Ich bin 32 Jahre alt und wurde in Amsterdam geboren. Die wissenschaftlichen Prognosen haben schon in grauer Vergangenheit vor den Folgen der Klimakriese gewarnt – lange vor meiner Geburt. Der ansteigende Meeresspiegel würde früher oder später Amsterdam erreichen. 2058 war das Jahr, in dem es nicht mehr reichte, nur mit Gummistiefeln aus dem Haus zu gehen. Die Straßen waren teilweise bis zu einem Meter überschwemmt. Es war abzusehen, dass es nicht besser, sondern schlimmer werden würde. So hat es mir zumindest meine Mutter erzählt.“
Überschwemmungen
ziehen viele weitere
Folgen nach sich.
Als Kleinkind wurde ich einer Genoptimierung unterzogen —
„Durch die Nässe und die hohe Luftfeuchtigkeit Aufgrund der stetigen Überschwemmungen brach schließlich das Kanalisationssystem zusammen, wodurch man immer mehr Keimen ausgesetzt wurde. So bildeten sich oft Ekzeme auf meiner Haut, die zu schweren Entzündungen und weiteren Krankheiten führen konnten. Durch Genengineering hat meine Haut eine zusätzliche Schutzschicht erhalten. Sie sorgt dafür, dass sich eine desinfizierende Flüssigkeit bildet, wodurch Keime und Bakterien abgetötet werden und nicht in die Haut eindringen können. Vor allem Kinder sind krankheitsgefährdet, da sie oft unvorsichtig sind und zudem eine dünnere Haut haben.“
Infrastrukturen
funktionierten
nicht mehr —
„Im Jahr 2086 war das Leben in Amsterdam dann kaum noch möglich. Es war klar, dass viele Menschen umsiedeln müssten. Zu diesem Zeitpunkt war das konstante Hochwasser stellenweise auf über zwei Meter gestiegen. Also verließen wir die Stadt mit einem geliehenen Boot und reisten dann über das Festland bis nach Zürich. Wir leben hier jetzt schon seit ich 18 Jahre alt war. Ich habe in Zürich studiert und lernte dabei meinen jetzigen Ehemann Jamie kennen.“
Forscher:innen haben neue Methoden zu Immunität bei Krebserkrankungen
entwickelt —
„Vor zwei Jahren kam unsere Tochter Gabriela zur Welt. Zuerst hatten Jamie und ich vor, ein Kind zu adoptieren. Dann entschieden wir uns jedoch für ein leibliches Kind, welches sowohl von meiner Genmodifikation als auch von einer weiteren gegen Krebserkrankungen profitieren würde. Durch die immer höhere UV-Belastung sowie toxische Luft und verseuchtes Wasser, nahmen die Krebserkrankungen in den letzten Jahrzehnten stark zu. Forscher:innen haben mittlerweile neue Methoden zur Immunisierung gegen Krebs entwickelt. Das Erbgut eines Embryos kann dabei so verändert werden, dass eine Immunität gegen abnormale Zellbildung entwickelt wird. Wir hoffen, dass Gabriela somit gute Chancen auf eine möglichst unbeschwerte Zukunft hat und dass auch sie irgendwann ihre Geschichte erzählen kann. Wir sind zuversichtlich, dass die Forschung Probleme wie Lebensmittelknappheit, Pandemien und somit auch politische Unruhen beheben kann und blicken hoffnungsvoll in die Zukunft.“